Wortwiederholungen sind für viele Autor:innen der „Endgegner“ bei der Überarbeitung des Manuskripts. Alle Dopplungen auszumerzen und wirklich gute Alternativen zu finden, ist manchmal auch gar nicht so einfach – aber extrem wichtig für einen guten Stil.
Hier findest du praktische Tipps und Tricks, wie du Wortwiederholungen in deinem Text vermeidest oder nachträglich ausbügelst.
Was sind Wortwiederholungen eigentlich genau?
Wie das Wort schon sagt, spricht man von Wortwiederholungen oder Wortdopplungen, wenn ein bestimmtes Wort in einem Text öfter auftaucht – und das relativ schnell hintereinander. Natürlich werden sich immer Wörter im gesamten Manuskript wiederholen, aber je kleiner die Abstände dazwischen sind, desto „schlechter“.
Auch wenn Wortwiederholungen an der ein oder anderen Stelle ihre Berechtigung haben können, schwächen sie deinen Text in der Regel, da er an Wirkung einbüßt (zu beidem unten mehr). Es lohnt sich also, Dopplungen bei der Überarbeitung immer genau aufzuspüren – oder sie schon beim Schreiben zu vermeiden.
So viel Abstand sollte zwischen Wortwiederholungen liegen
Eine feste Regel für die mehrfache Nutzung von Wörtern lässt sich nicht aufstellen, da Wörter unterschiedlich stark auffallen. Wenn du innerhalb einer Seite zweimal „Wolkenkratzer“ verwendest, wird das stärker ins Augen fallen als drei, vier Mal das Wort „sagen“. So (schwache) Wörter wie „sagen“, „gehen“ etc. werden gerne überlesen. Es gilt: Je geläufiger das Wort, desto weniger wird die Wortwiederholung bemerkt.
Trotzdem zeichnet sich ein guter Schreibstil natürlich dadurch aus, dass Wortwiederholungen aller Art vermieden werden. Zumindest unterbewusst merken Leser:innen doch, dass der Text schwächelt. Grundsätzlich sollte also schon eine, besser zwei Seiten dazwischen liegen.
Verpasse nicht den Schreibtipp Nr.1: Die wichtigsten Sätze im Manuskript.
So vermeidest du Wortwiederholungen in deinem Text
Um Wortdopplungen konsequent aus deinem Manuskript rauszuhalten, musst du penibel auf deine Wortwahl achten – aber das machen gute Autor:innen ja sowieso. 😊 Es gibt drei einfache Schreibregeln, durch die du Wortwiederholungen schon im Schreibprozess automatisch reduzierst.
1. Verwende aussagekräftige Synonyme
Oftmals entstehen Wortwiederholungen, weil das „einfachste“ Wort gewählt wird, das am schnellsten in den Kopf kommt. Wiederholt werden deshalb gerne solche Verben wie „sagen“ oder „gehen“, aber auch Adjektive wie „traurig“ oder „erschrocken“. Diese schwächen deinen Text, weil sie keine emotionale Tiefe haben – sie gehören also (sowieso) raus!
Stattdessen wählst du ein Wort oder gar eine ganze Formulierung, die deine beabsichtigte Aussage besser auf den Punkt bringt.
Nehmen wir an, du hast „gehen“ mehrfach verwendet. Überlege dir genau, was du ausdrücken willst, und suche dann das passende Synonym dafür. Es macht einen großen Unterschied, ob jemand „rennt“, „schleicht“ oder „stolziert“. Ebenso macht es viel aus, ob jemand „enttäuscht“, „niedergeschlagen“ oder „fassungslos“ ist – das sagt mehr aus als „traurig“.
Auf diese Weise wirst du nicht nur die Dopplung los, sondern stärkst auch noch die Wirkung deines Textes.
2. Streiche unnötige Wörter
Häufig braucht es für wiederholte Wörter gar keinen Ersatz – sie können vielmehr einfach gelöscht werden. Das ist zum Beispiel bei Dialogen der Fall. In diesen Szenen wird oft händeringend nach Synonymen für „sagen“ und „fragen“ gesucht, dabei sind diese Begleitsätze nur in wenigen Fällen wirklich nötig. Leser:innen können Dialogen besser folgen, als wir ihnen zutrauen.
Tipp: Auch ein einfacher Satz wie „Lisa nahm einen Schluck Kaffee“ reicht aus, um zu verdeutlichen, zu wem die vorangehende oder folgende wörtliche Rede gehört. Es muss nicht immer „sagte sie“ sein.
In anderen Fällen entstehen Wortdopplungen, weil wir nicht nur das Wort selbst, sondern ganze Inhalte wiederholen. Auch das ist in der Regel nicht nötig.
3. Setze Wiederholungen gezielt ein
Ja, richtig gelesen, Wortwiederholungen können durchaus auch positiv sein. Nämlich dann, wenn sie als Stilmittel genutzt und gezielt zur Betonung eingefügt werden. Solche Sätze bzw. Formulierungen sind oft besonders einprägsam – allerdings nur dann, wenn ansonsten keine Dopplungen auftauchen. Entsprechend fallen sie umso mehr auf.
Wichtig ist jedoch, dass du dich von etwaigen Wortwiederholungen nicht aufhalten lässt. Das kann dir den ganzen Spaß am Schreiben nehmen und dich mit Frust zurücklassen. Erstmal muss die Geschichte aufs Papier, der Feinschliff kommt zum Schluss!
5 Schritte, um Wortwiederholungen in der Überarbeitungsphase zu reduzieren
Auch bei aller Vorsicht und Schreibkunst lassen sich Wortwiederholungen in der ersten Fassung nicht komplett vermeiden. Sie „passieren“ einfach – schließlich konzentrierst du dich zu Beginn hauptsächlich auf den Inhalt bzw. den Plot. Wortdopplungen sind also zum Großteil eine Sache der Überarbeitung. Sie sagen nichts über dein Talent als Schriftsteller:in aus!
Und so gehst du vor:
1. Wortwiederholungen markieren
Zuerst gilt es, alle Wiederholungen ausfindig zu machen – leichter gesagt als getan. Das geschieht erstmal durch aufmerksames Lesen, doch als Autor:in wirst du irgendwann blind dafür. Es lohnt sich, Hilfe zu holen, etwa durch ein Schreibprogramm mit Stilanalyse wie Papyrus, ein Lektorat oder spezielle Angebote wie mein Korrektorat Plus.
2. Berechtigte Dopplungen akzeptieren
Schau dir nacheinander alle Wörter an, die du wiederholt hast, und stelle dir die Frage: Ist die Dopplung berechtigt? Das kann der Fall sein, wenn ein Wort zum Verständnis mehrfach genannt werden muss, etwa Namen oder auch Gegenstände, manchmal auch Verben. Außerdem kann es sich, wie oben erwähnt, um ein Stilmittel handeln. All diese Wörter dürfen stehen bleiben, die Markierung kann also raus.
3. Sätze mit Wiederholungen umformulieren
Nun geht es allen „echten“ Dopplungen an den Kragen. Geh zuerst die drei oben beschriebenen Schreibtipps durch und überlege, ob du etwas davon anwenden kannst, um die Wortwiederholungen zu vermeiden. Schreibe Sätze neu oder lösche gegebenenfalls Satzteile oder Infos, die es nicht unbedingt braucht.
4. Übrige Wortwiederholungen ersetzen
Manchmal liegt es nicht an einer schwachen Formulierung, die man komplett ändern kann/muss, manchmal braucht es das Wort einfach. Dann bleibt nichts anderes, als sich auf die Suche nach Synonymen zu machen, um das wiederholte Wort schlichtweg zu ersetzen und so etwas Variation in den Text zu bringen.
Unterstützung findest du zum Beispiel beim Duden, wo du direkt in der Suchleiste „Synonyme“ auswählen kannst.
Auch das Woxikon oder der Open Thesaurus sind hilfreich. Du musst also nicht mal eine KI bemühen!
5. Extra-Tipp: Lieblingswörter vermeiden
„Echte“ Wortwiederholungen stehen in der Regel zwar dicht hintereinander, aus Erfahrung kann ich dir aber sagen, dass es auch auffällt, wenn gewisse Wörter oder Formulierungen über den ganze Text hinweg überdurchschnittlich oft wiederholt werden. Und wirklich jeder Autor und jeder Autorin hat Lieblingswörter – manchmal wechseln sie sogar von Buch zu Buch. 😊
Fass dir selbst an die Nase oder hole dir Feedback von außen, um solche Wortwiederholungen zu tilgen.
Fazit: 5 Regeln, um Wortwiederholungen zu vermeiden
Du siehst, es gibt genügend Vorgehensweisen und Tricks, um Wortwiederholungen keine Chance zu geben. Es braucht etwas Geduld, doch spätestens in der letzten Überarbeitungsphase bist du sie los und hast im besten Fall sogar einen (sprachlich) viel stärkeren Text geschaffen.
Versuche, dir diese Richtlinien zu merken:
- Wortwiederholungen brauchen eine Berechtigung (Verständlichkeit oder Stil).
- Je gewöhnlicher das Wort, desto weniger fällt es auf, ABER:
- Aussagekräftige Synonyme stärken deinen Text.
- Setze Lieblingswörter/-formulierungen sparsam ein.
- Lass dich beim ersten Entwurf nicht von etwaigen Wortwiederholungen aufhalten, sie sind Sache der Überarbeitung.
Wichtig ist außerdem, dass du bei deinen eigenen Texten irgendwann blind für Wortwiederholungen wirst. Eine zweite Meinung von außen ist deshalb essenziell!
Meine Angebote "gegen Wortwiederholungen"
Stilistisches Lektorat
Wir unterziehen deinen Text einer sprachlich-stilistischen Optimierung und heben deinen Schreibstil auf Goldstatus.
Korrektorat Plus
Zusätzlich zum klassischen Korrektorat bekommst du kleine stilistische Hinweise und alle Wortwiederholungen werden markiert.
Ich hoffe, meine Anregungen machen dir die Überarbeitung und den Kampf gegen die Wortwiederholungen etwas leichter. Melde dich gerne, wenn ich dich mit meinen Angeboten dabei unterstützen kann oder du noch Fragen hast.
Deine Sprachexpertin
